Warren Buffett Indikator (212%): US-Aktienmarkt überbewertet – Berkshire Hathaway verkauft

Foto des Autors

By Nina Berger

Die Bewertung des US-Aktienmarktes hat einen beispiellosen Höhepunkt erreicht, wie der „Warren Buffett Indikator“ zeigt, der auf 212% des Bruttoinlandsprodukts (BIP) des Landes gestiegen ist. Dieses Rekordverhältnis, das die Höchststände während der Dotcom-Blase und der globalen Finanzkrise 2008 übertrifft, deutet auf ein Marktumfeld hin, das möglicherweise durch eine erhebliche Überbewertung gekennzeichnet ist – ein Zustand, vor dem der renommierte Investor Warren Buffett selbst einst gewarnt hat.

  • Der Warren Buffett Indikator erreichte 212% des US-BIP und signalisiert eine potenzielle Marktüberbewertung.
  • Berkshire Hathaway reduzierte ab Q1 2025 signifikant US-Aktienpositionen, darunter komplette Ausstiege bei Citigroup und Nu Holdings.
  • Wichtige Indizes wie S&P 500, Nasdaq und Dow Jones verzeichnen trotz Bedenken neue Höchststände.
  • Starke Unternehmensgewinne, wobei über 82% der S&P 500 Unternehmen die Erwartungen übertrafen, stützen den Aufwärtstrend.
  • Die Aufmerksamkeit der Anleger richtet sich auf die Fed-Sitzung am 29.-30. Juli 2025, bei der eine Beibehaltung des Leitzinses erwartet wird.

Das Bewertungssignal verstehen

Der Warren Buffett Indikator dient als entscheidendes Barometer, das die gesamte Marktkapitalisierung von US-Aktien – speziell unter Verwendung des Wilshire 5000 Total Market Index – mit dem BIP des Landes vergleicht. Seit dieser Woche beläuft sich die Marktkapitalisierung des Index auf mehr als das Doppelte der Wirtschaftsleistung des Landes. Buffett beschrieb diese Kennzahl 2001 in einem Interview mit dem Fortune Magazine als „wahrscheinlich das beste Einzelmaß dafür, wo die Bewertungen zu einem bestimmten Zeitpunkt stehen“ und warnte, dass ein Verhältnis von nahezu 200% darauf hindeutet, dass Anleger „mit dem Feuer spielen“, wodurch ein erhöhtes Risiko hervorgehoben wird, wenn sich die Marktbewertungen über historische Normen hinaus erstrecken.

Strategische Desinvestitionen von Berkshire Hathaway

Im Einklang mit solchen vorsichtigen Einschätzungen hat Warren Buffetts Berkshire Hathaway seine Engagements in US-Aktien systematisch reduziert, ein Trend, der seit dem Amtsantritt von Präsident Donald Trump zu beobachten ist. Im ersten Quartal 2025 erfolgte insbesondere ein vollständiger Ausstieg aus Citigroup, verbunden mit dem Verkauf von 14,6 Millionen Aktien im Wert von etwa 1 Milliarde US-Dollar. Darüber hinaus veräußerte Berkshire 48,7 Millionen Aktien von Bank of America im Wert von rund 2,19 Milliarden US-Dollar und reduzierte seine Beteiligungen an Capital One um über 46 Millionen US-Dollar. Das Konglomerat liquidierte auch seine gesamte Beteiligung von mehr als 40 Millionen Aktien an dem brasilianischen Fintech-Unternehmen Nu Holdings, bewertet mit über 416 Millionen US-Dollar, sowie Ausstiege aus verschiedenen anderen Sektoren, darunter Kommunikation und Gesundheitswesen.

Marktindizes erreichen neue Höchststände

Trotz dieser Bewertungsbedenken und bedeutender strategischer Ausstiege großer Investoren setzen die breiteren Marktindizes ihren Aufwärtstrend fort. Mit Stand vom Freitag, 25. Juli 2025, schloss der S&P 500 bei 6.388 Punkten, was einem Tagesgewinn von 0,9% und einem Wochenanstieg von 1,6% entspricht. Der Nasdaq Composite verzeichnete ebenfalls seinen dritten Rekordschluss der Woche, stieg um 0,4% und überschritt die 21.000-Punkte-Schwelle, mit Aussicht auf einen Wochengewinn von 1,2%. Der Dow Jones Industrial Average legte um 0,5% zu, näherte sich seinem Rekordschluss vom Dezember 2024 und steuert auf einen Wochengewinn von 1,3% zu. Diese Marktstärke wird teilweise durch robuste Unternehmensgewinne untermauert, wobei über 82% der 169 S&P 500 Unternehmen, die bisher ihre Ergebnisse gemeldet haben, die Erwartungen der Wall Street übertrafen, so die Daten von FactSet.

Expertenausblick und Fokus der Federal Reserve

Marktanalysten bieten nuancierte Perspektiven auf das aktuelle Klima. Terry Sandven, Chief Equity Strategist bei US Bank Wealth Management, führt den anhaltenden Bullenmarkt auf „günstige Fundamentaldaten“ zurück, darunter stabile Inflation, bandbreitenorientierte Zinssätze und steigende Unternehmensgewinne. Umgekehrt rät Ulrike Hoffmann-Burchardi, Chief Investment Officer für Amerika bei UBS Global Wealth Management, Anlegern, sich auf potenzielle kurzfristige Volatilität aufgrund der vorherrschenden politischen und wirtschaftlichen Risiken vorzubereiten, erwartet jedoch, dass etwaige Marktschwankungen nur vorübergehend sein werden. Die Aufmerksamkeit der Anleger richtet sich nun auf die zweitägige geldpolitische Sitzung der Federal Reserve am 29. und 30. Juli, bei der die Beamten weithin erwarten, den Leitzins im aktuellen Bereich von 4,25% bis 4,5% beizubehalten. Marktteilnehmer sind jedoch gespannt auf jegliche Signale bezüglich potenzieller Zinsanpassungen später im Jahr.


Barchart tweet showing Warren Buffett Indicator

Spread the love