In einer bedeutenden Neuausrichtung der US-Industriepolitik hat die Trump-Regierung eine Strategie zur Übernahme von Kapitalbeteiligungen an kritischen heimischen Industrien eingeleitet, beispielhaft dargestellt durch ihr jüngstes Geschäft mit dem Chiphersteller Intel. Dieser neuartige Ansatz, der Bundeszuschüsse gegen Unternehmensbeteiligungen tauscht, hat eine hitzige Debatte in den Reihen der Republikaner ausgelöst und tiefe ideologische Gräben über die Rolle der Regierung im Privatsektor sowie den effektiven Einsatz von Steuergeldern in strategischen Sektoren offengelegt.
Die Maßnahme der Regierung sieht vor, 8,9 Milliarden Dollar an nicht ausgezahlten Zuschüssen des CHIPS and Science Act in eine 10-prozentige Kapitalbeteiligung an Intel umzuwandeln. Intel war ursprünglich für fast 11 Milliarden Dollar an Fördergeldern vorgesehen, um die heimische Halbleiterfertigung zu stärken. Präsident Donald Trump pries das Geschäft öffentlich als kostenfreie Akquisition für die USA an, bezifferte ihren Wert auf rund 11 Milliarden Dollar und schlug sie als Vorlage für zukünftige staatliche Kapitaltransaktionen in kritischen Industrien vor. Kevin Hassett, Direktor des National Economic Council, deutete zudem an, dass dieser Ansatz auf andere Sektoren ausgeweitet werden könnte.
- Die Trump-Regierung verfolgt eine neue Industriepolitik durch Erwerb von Kapitalbeteiligungen.
- Ein Tausch von Bundeszuschüssen gegen Unternehmensanteile steht im Mittelpunkt der Strategie.
- 8,9 Milliarden Dollar aus dem CHIPS Act werden in eine 10-prozentige Intel-Beteiligung umgewandelt.
- Das Geschäft soll die heimische Halbleiterfertigung stärken und Abhängigkeiten reduzieren.
- Präsident Trump bewertet die Akquisition als „kostenfrei“ und als Modell für die Zukunft.
- Die neue Strategie löst eine intensive Debatte über die Rolle des Staates unter Republikanern aus.
Unterschiedliche Ansichten der Republikaner
Die Strategie spaltete die Republikaner scharf. Senator Todd Young (R-Ind.), ein Architekt des CHIPS Act, argumentierte, dass eine Kapitalbeteiligung von der Absicht des Gesetzes abweiche und die US-Regierung keine privaten Unternehmen erwerben sollte. Abgeordneter Don Bacon (R-Neb.) äußerte ähnliche Bedenken und warnte vor staatlichen Interventionsmodellen, wie sie in China oder Russland zu sehen seien, da er sie als verfassungswidrig erachtete.
Weiterer Widerstand kam von Senator Rand Paul (R-Ky.) und Abgeordnetem Thomas Massie (R-Ky.). Paul verurteilte die Maßnahme als „schreckliche Idee“ und „Schritt in Richtung Sozialismus“. Massie argumentierte unter Verweis auf die begrenzte republikanische Unterstützung des CHIPS Act, dass staatliches Eigentum ein „gescheitertes Unternehmenswohlfahrtsprogramm“ erweitere.
Andere Republikaner hingegen befürworteten den Ansatz. Senator Bernie Moreno (R-Ohio) argumentierte, dass angesichts der Projektverzögerungen von Intel die Kapitalbeteiligung eine „vernünftige“ Steuerzahlerrendite und eine potenzielle Rückgewinnung von Mitteln sicherstelle. Die Abgeordneten Mike Haridopolos (R-Fla.) und Randy Fine (R-Fla.) unterstützten die Initiative und nannten als Gründe gestärkte heimische Lieferketten, erhöhte nationale Sicherheit und Steuerzahlerrenditen. Fine bezeichnete es als die Regierung, die aus den „Zitronen“ des CHIPS Act zum nationalen Nutzen „Limonade macht“.
Rechtfertigung der Regierung und weiterer Kontext
Das Weiße Haus verteidigte das Geschäft vehement. Sprecher Kush Desai stellte es als Korrektur der CHIPS-Gesetzgebung der vorherigen Regierung dar, die seiner Aussage nach „DEI (Diversity, Equity, Inclusion) über die Steuerzahlerrendite prioritierte“. Desai betonte das Engagement der Trump-Regierung, sicherzustellen, dass Steuerzahler „vom Aufwärtspotenzial“ der Bundesinvestitionen in die nationale und wirtschaftliche Sicherheit profitieren, und gleichzeitig Deregulierung und Steuersenkungen zur Stärkung des freien Marktes zu fördern.
Das Intel-Geschäft unterstreicht einen entscheidenden Moment in der amerikanischen Industriepolitik und signalisiert eine potenzielle Verlagerung hin zu einer direkteren staatlichen Beteiligung an strategisch wichtigen Industrien. Da die USA bestrebt sind, kritische Fertigungskapazitäten ins Inland zu verlagern und die Abhängigkeit von ausländischen Lieferanten, insbesondere im Halbleitersektor, zu verringern, wird diese Debatte über öffentliche Beteiligungen an privaten Unternehmen voraussichtlich weiterhin zukünftige Wirtschafts- und Technologiestrategien prägen und grundlegende Fragen über das Gleichgewicht zwischen staatlicher Intervention und Marktkräften aufwerfen.

Felix schreibt über Kurse, als wären sie Charaktere in einer Soap – mit Drama, Wendungen und gelegentlichen Crashs. Er hat eine Schwäche für Diagramme, benutzt das Wort „Volatilität“ in Alltagsgesprächen und bringt sogar seine Katze dazu, die DAX-Tabelle täglich zu beobachten. Sein Lieblingsspruch: „Buy the dip – und den Kaffee gleich dazu.“