Trump und die Zölle: Neue US-Handelspolitik mit globalen Auswirkungen.

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By Nina Berger

Die Regierung von Präsident Donald Trump leitet eine signifikante Eskalation ihrer Handelspolitik ein, indem sie hohe Zölle wieder einführt, die zuvor zu Marktvolatilität und Konsumentenunsicherheit geführt hatten. Dieser erneute Fokus auf Importzölle, die durch direkte „Schreiben“ anstatt durch traditionelle multilaterale Verhandlungen mitgeteilt werden, signalisiert eine Abkehr von der konventionellen Handelsdiplomatie. Die Strategie geht davon aus, dass diese Zölle die heimische Fertigung ankurbeln und das Wirtschaftswachstum fördern werden – eine Behauptung, die in scharfem Kontrast zu den vorherrschenden Ansichten vieler Ökonomen steht, die eine erhöhte Inflation und eine potenzielle wirtschaftliche Verlangsamung erwarten.

  • Wiedereinführung hoher Zölle auf einem Niveau, das zuvor Marktvolatilität und Konsumentenunsicherheit auslöste.
  • Zölle werden direkt per „Schreiben“ eingeführt, abseits multilateraler Verhandlungen.
  • Japan und Südkorea gehören zu den wichtigen Handelspartnern, die von den neuen Zöllen betroffen sind.
  • Mögliche Zollerhöhungen von 40 % bis 100 % werden als außergewöhnlich disruptiv angesehen.
  • Die Regierung prognostiziert Zolleinnahmen von Billionen USD über zehn Jahre, mit über 300 Milliarden USD für das laufende Jahr.
  • Die Umsetzung der Zölle ist für den 1. August festgelegt, ohne die Möglichkeit von Fristverlängerungen.

Der Ansatz des Weißen Hauses priorisiert direkte Auferlegungen gegenüber langwierigen Verhandlungen, eine Haltung, die Präsident Trump als effizientere Methode im Vergleich zu komplexen, jahrelangen Handelsgesprächen artikuliert hat. Dieser Wandel wird durch die jüngste Versendung von Schreiben verdeutlicht, die detaillierte Zollsätze für importierte Güter aus zahlreichen Ländern festlegen. Zu den bemerkenswerten Zielen gehören Japan und Südkorea, wichtige Handelspartner und strategische Verbündete, die als entscheidend im Kampf gegen Chinas wirtschaftlichen Einfluss gelten. Diese Maßnahmen folgen einer früheren 90-tägigen Zollpause, die Basiszölle von 10 % auf bestimmte Waren vorsah und nun ausläuft.

Wirtschaftliche Perspektiven und Auswirkungen

Das Vertrauen der Regierung in diese Hochzollstrategie scheint durch jüngste Wirtschaftsindikatoren gestärkt zu werden, darunter ein legislativer Erfolg mit erheblichen Einkommensteuersenkungen und eine Phase der nachlassenden Inflation, entgegen früheren Warnungen einiger Ökonomen und politischer Rivalen. Die Wirtschaftsgemeinschaft bleibt jedoch bezüglich der wahrscheinlichen Folgen gespalten. Analysten wie Wendong Zhang von der Cornell University bemerken, dass, während die schrittweise Einführung von Zöllen von bis zu 40 % oder 100 % die 25 %-Erhöhungen paradoxerweise „normalisieren“ könnte, diese dennoch außergewöhnlich disruptive Schritte in der modernen Handelsgeschichte darstellen.

Diese aggressive Handelshaltung birgt drei potenzielle Entwicklungsverläufe, von denen jeder tiefgreifende Implikationen für die globalen Angelegenheiten und das wirtschaftliche Erbe des Präsidenten hat:

  1. Wirtschaftliche Stimulierung: Die Zölle könnten, wie die Regierung behauptet, das inländische Wachstum und die Schaffung von Arbeitsplätzen katalysieren und die Kritiker widerlegen.
  2. Politische Kehrtwende: Die Regierung könnte sich erneut von den vorgeschlagenen Zöllen zurückziehen, bevor deren geplante Umsetzung erfolgt, ähnlich wie in früheren Fällen.
  3. Wirtschaftlicher Schaden: Die Zölle könnten zu nachteiligen wirtschaftlichen Folgen führen, die Gemeinschaften überproportional betreffen, die einen Kernteil der politischen Basis des Präsidenten bilden.

Kritiker, darunter Senator Ron Wyden aus Oregon, argumentieren, dass die direkte Auferlegung von Zöllen, insbesondere ohne klare Verhandlungswege, die Unsicherheit für Unternehmen und internationale Partner aufrechterhält. Einige Beobachter behaupten auch, dass die schwankende und scheinbar willkürliche Natur der vorgeschlagenen Zollsätze auf das Fehlen eines kohärenten strategischen Rahmens innerhalb der Regierung hindeutet, was Fragen zur Vorhersehbarkeit und langfristigen Wirksamkeit der Politik aufwirft.

Fiskalische Implikationen und Marktreaktionen

Ein signifikanter Aspekt der Zollstrategie der Regierung ist die erwartete Einnahmengenerierung. Offizielle Stellen prognostizieren, dass die Zolleinnahmen im nächsten Jahrzehnt Billionen von Dollar erreichen könnten, was dazu beitragen würde, potenzielle Einnahmeausfälle durch kürzlich erlassene Steuersenkungen auszugleichen. Finanzminister Scott Bessent hat angedeutet, dass die Zolleinnahmen bis zum Ende des laufenden Jahres „weit über 300 Milliarden Dollar“ erreichen könnten, und äußerte Optimismus, dass diese Zahlen die Projektionen des Congressional Budget Office übertreffen könnten, das 2,8 Billionen Dollar über zehn Jahre schätzte.

Die Bundesregierung hat in diesem Jahr bereits 98,2 Milliarden Dollar an Zolleinnahmen erzielt, mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr, so das Bipartisan Policy Centre. Trotz des Ausmaßes dieser Politikwechsel zeigten sich die US-amerikanischen Aktienmärkte relativ ruhig. Analysten legen nahe, dass diese Marktruhe auf Skepsis hinsichtlich der vollständigen Umsetzung der Zölle oder auf die Erwartung hindeuten könnte, dass letztendlich Kompromisse erzielt werden. Die Regierung hat jedoch öffentlich ihr Engagement für die geplante Zollumsetzung am 1. August bekräftigt, wobei Präsident Trump auf Truth Social erklärte, dass „keine Verlängerungen gewährt werden“. Diese definitive Haltung signalisiert die Bereitschaft, eine Politik fortzusetzen, die die globalen Handelsdynamiken erheblich umgestalten könnte.

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