Hawaii: Kreuzfahrtindustrie klagt gegen Klima-Tourismussteuer

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By Felix Neumann

Hawaiis wegweisender Vorstoß zur Bewältigung des Klimawandels mittels einer neuartigen Kurtaxe steht nun vor einer bedeutenden rechtlichen Anfechtung. Diese wirft Fragen hinsichtlich der Staatshoheit, der wirtschaftlichen Auswirkungen und der Grenzen der Umweltpolitik auf. Die Klage, angeführt von der Kreuzfahrtindustrie, bestreitet die Verfassungsmäßigkeit einer neuen Abgabe, die zur Finanzierung von Klimaanpassungsinitiativen dienen soll, und schafft damit einen Präzedenzfall für ähnliche Gesetzgebungsvorhaben in anderen Bundesstaaten, die mit den finanziellen Folgen eines sich erwärmenden Planeten zu kämpfen haben.

In einem mutigen Schritt unterzeichnete Gouverneur Josh Green Anfang dieses Jahres ein Gesetz zur Einführung der landesweit ersten Abgabe dieser Art, die der Klimaresilienz gewidmet ist. Die neue Steuerstruktur soll jährlich nahezu 100 Millionen US-Dollar einbringen, die explizit zur Bekämpfung kritischer Umweltprobleme wie Küstenerosion, steigender Waldbrandrisiken und anderer klimabedingter Herausforderungen, die den Archipel betreffen, vorgesehen sind. Diese Initiative unterstreicht einen wachsenden Trend, bei dem Staaten innovative Finanzierungsmechanismen zur direkten Minderung der Klimawandeleffekte erforschen.

  • Hawaii hat eine neue touristische Abgabe eingeführt, um Klimaanpassungsmaßnahmen zu finanzieren.
  • Die Steuer soll jährlich rund 100 Millionen US-Dollar für Umweltschutz und Klimaresilienz generieren.
  • Die Kreuzfahrtindustrie hat eine Klage wegen Verfassungswidrigkeit der neuen Abgabe eingereicht.
  • Die Klage wirft grundsätzliche Fragen zur Staatshoheit und den Kompetenzen in Bundesgewässern auf.
  • Der Fall könnte einen Präzedenzfall für ähnliche Klimafinanzierungsinitiativen in anderen US-Bundesstaaten schaffen.

Details der Klage und Steuerstruktur

Der Kern des Rechtsstreits, der vor einem US-Gericht in Honolulu eingereicht wurde, richtet sich gegen die neue 11%ige Steuer auf Kreuzfahrtschiffrechnungen, die im nächsten Jahr in Kraft treten soll. Diese Abgabe wird proportional zur Anzahl der Tage berechnet, die Schiffe in Hawaiis Häfen verbringen. Mit einem zusätzlichen 3%igen Aufschlag, der für die Landkreise genehmigt wurde, könnte die Gesamtsteuer auf Kreuzfahrttarife 14% erreichen. Obwohl das neue Gesetz auch die Steuern für Hotels und Ferienwohnungen anpasst und diese in Kombination mit bestehenden Umsatzsteuern potenziell auf fast 19% erhöht, konzentriert sich die Klage spezifisch auf die Bestimmungen für die Kreuzfahrtindustrie.

Rechtliche Argumente der Kläger

Die Cruise Lines International Association (CLIA), der sich lokale, vom Kreuzfahrttourismus abhängige Unternehmen angeschlossen haben, argumentiert, dass die Steuer grundlegende verfassungsrechtliche Prinzipien verletzt. Die Anwälte der CLIA führen an, dass „die schiffbaren Gewässer der Vereinigten Staaten eine gemeinsame Ressource sind und nicht von einzelnen Staaten für ihre eigenen partikularen fiskalischen Interessen in Beschlag genommen werden dürfen“, und betonen, dass kein anderer Staat vergleichbare Gebühren erhebt. Dieses Argument unterstreicht eine breitere rechtliche Debatte über die Befugnis der Staaten, den Handel in Bundesgewässern zu besteuern.

Wirtschaftliche Auswirkungen und Bedenken

Aus wirtschaftlicher Sicht betont die Klage den erheblichen Beitrag der Kreuzfahrtindustrie zu Hawaii. Jährlich erreichen fast 300.000 Besucher über Kreuzfahrtschiffe den Archipel, was Tausende von Arbeitsplätzen im gesamten Bundesstaat sichert und über 600 Millionen US-Dollar zur lokalen Wirtschaft beiträgt. Die Kläger argumentieren, dass die Einführung einer so hohen Steuer Kreuzfahrten nach Hawaii unerschwinglich machen würde. Dies würde potenzielle Besucher dazu verleiten, alternative Reiseziele zu wählen und folglich die entscheidende wirtschaftliche Rolle der Branche im Bundesstaat untergraben.

Antrag auf einstweilige Verfügung

Es wurde ein Antrag auf einstweilige Verfügung eingereicht, der einen Richter auffordert, die Durchsetzung des Kreuzfahrtzuschlags unverzüglich auszusetzen. Die Begründung liegt in den langen Vorlaufzeiten, die typisch für die Reiseplanung sind; der bevorstehende Zuschlag soll den Markt verzerren und zukünftige Urlaubswahlen beeinflussen, noch bevor er offiziell in Kraft tritt, was potenziell Familien dazu veranlassen könnte, ihre Reisepläne für 2026 und darüber hinaus zu ändern. Dies unterstreicht die Besorgnis der Branche über unmittelbare Marktauswirkungen trotz eines zukünftigen Implementierungsdatums.

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