EU-Energiewende: US-Deal sichert LNG, Öl und Unabhängigkeit von Russland

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By Johanna

Die Europäische Union gestaltet ihre Energielandschaft grundlegend um und vollzieht einen bedeutenden geopolitischen Schwenk hin zu neuen strategischen Allianzen. Diese Neuorientierung ist geprägt von einem wegweisenden Abkommen im Wert von 750 Milliarden US-Dollar mit den Vereinigten Staaten, das von Präsident Donald Trump und der Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, formalisiert wurde und umfangreiche Importe von Flüssigerdgas (LNG), Öl und Kernbrennstoffen vor 2028 sichert. Dieser Pakt, Teil eines umfassenderen Handelspakets, das einen US-Zoll von 15 % auf EU-Exporte und EU-Investitionen in Höhe von 600 Milliarden US-Dollar umfasst, signalisiert eine tiefgreifende Umstrukturierung des globalen Energiehandels.

  • Die EU vollzieht eine fundamentale Neuausrichtung ihrer Energielandschaft und sucht neue strategische Allianzen.
  • Ein wegweisendes Abkommen über 750 Milliarden US-Dollar mit den USA sichert umfangreiche Importe von LNG, Öl und Kernbrennstoffen.
  • Ziel ist die drastische Reduzierung der Abhängigkeit von russischer Energie, deren Anteil stark gesunken ist.
  • Norwegen und die USA haben ihre Gaslieferungen an die EU erheblich gesteigert.
  • Die USA sind mittlerweile der Hauptlieferant von Öl und dominieren den LNG-Markt der EU.
  • Der bilaterale Energiehandel zwischen den USA und der EU wird voraussichtlich stark ansteigen.

Die treibende Kraft hinter dieser Verschiebung ist die Notwendigkeit, die Abhängigkeit von russischer Energie drastisch zu reduzieren. Vor 2022 lieferte Russland 45 % des europäischen Gases, was 150,2 Milliarden Kubikmetern (bcm) entsprach; bis 2024 sank dieser Anteil auf nur noch 19 % (51,7 bcm). Um dieses Defizit von 98,5 bcm zu überbrücken, hat die EU ihre Versorgungsquellen schnell diversifiziert. Norwegen erhöhte seine Lieferungen erheblich auf 91,1 bcm, was 33,4 % der gesamten EU-Gasimporte ausmachte, während die Vereinigten Staaten ihre Lieferungen mehr als verdoppelten und 45,1 bcm oder 16,5 % erreichten.

Sich entwickelnde Marktdynamiken

Eurostat-Daten für das erste Quartal 2025 bestätigen die USA ferner als Hauptlieferanten von Öl für die EU (15 %) und als dominierenden Akteur auf dem LNG-Markt mit einem Anteil von 50,7 %. Im Kohlesektor liegen die USA mit 31,3 % an zweiter Stelle, hinter Australien (33,4 %). Laut Reuters wird der bilaterale Energiehandel zwischen den beiden Mächten voraussichtlich von 75 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024 auf jährlich 250 Milliarden US-Dollar in den nächsten drei Jahren anwachsen.

Während auch andere Lieferanten wie Algerien, Katar, Aserbaidschan und das Vereinigte Königreich Marktanteile hinzugewonnen haben, lagen die gesamten Gasimporte der EU im Jahr 2024 weiterhin 61,4 bcm unter dem Niveau von 2021. Die zentrale Herausforderung für die EU besteht nun darin, eine nachhaltige Energiesicherheit und Preisstabilität in einem zunehmend wettbewerbsintensiven globalen Markt zu gewährleisten.

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