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2025-10-19 06:19 Lesezeit: 6 Min

Devisenhandel: Unsicherheit bremst Märkte, Gold korrigiert, Öl fällt

Die Finanzmärkte navigieren durch eine komplexe Woche. Devisenhändler zeigen sich angesichts anhaltender Handelsspannungen und fortwährender Bedenken im US-Bankensektor vorsichtig. Diese gedämpfte Stimmung beeinflusst die breiteren Marktbewegungen und führt zu Verschiebungen bei wichtigen Anlageklassen.

Devisenmärkte reagieren auf geopolitische und wirtschaftliche Unsicherheit

Der US-Dollar steuert auf einen Wochenrückgang gegenüber wichtigen sicheren Häfen wie dem Schweizer Franken und dem japanischen Yen zu. Diese Abwertung ist auf die anhaltende Unsicherheit bezüglich der Handelsgespräche mit China und die Auswirkungen eines Stillstands der US-Bundesregierung auf die Veröffentlichung von Wirtschaftsdaten zurückzuführen. Der Dollar-Index, ein Maß für seinen Wert gegenüber einem Korb wichtiger Währungen, verzeichnete einen deutlichen Rückgang. Gleichzeitig fiel das Währungspaar USD/CHF auf seinen niedrigsten Stand seit Mitte September, während USD/JPY relativ stabil blieb. Präsident Donald Trump räumte zwar ein, dass ein 100-prozentiger Zollsatz auf chinesische Importe "nicht nachhaltig" wäre, machte jedoch Peking für die Stagnation der Handelsgespräche verantwortlich. Er bestätigte Pläne für ein Treffen mit Xi Jinping innerhalb von zwei Wochen. Das Ausbleiben wichtiger Wirtschaftsindikatoren aufgrund des Government Shutdowns hat laut Marktanalysten ein Marktumfeld mit begrenzter Transparenz geschaffen. Parallel dazu bekräftigte der Gouverneur der Federal Reserve, Christopher Waller, seine Unterstützung für eine mögliche Zinssenkung in diesem Monat.

Gold korrigiert nach Erreichen historischer Höchststände

Die Goldpreise erlebten am Freitag einen deutlichen Rückgang um 2,6 %, nachdem sie zuvor einen neuen Allzeithochstand von über 4.300 US-Dollar pro Unze erreicht hatten. Diese Korrektur wurde durch einen festeren US-Dollar und die Äußerungen von Präsident Trump zur Nicht-Nachhaltigkeit umfangreicher Zölle auf China beeinflusst. Während Spot-Gold unter seinem Höchststand schloss und auch die Dezember-Futures einen Rückgang verzeichneten, ist das Edelmetall immer noch auf dem besten Weg, einen erheblichen Wochengewinn von fast 5 % zu erzielen. Marktbeobachter deuten an, dass der versöhnlichere Ton des US-Präsidenten den Aufwärtsdruck auf die Goldpreise abgeschwächt hat. Dennoch bieten zugrunde liegende strukturelle Faktoren, darunter stetige Käufe durch Zentralbanken, anhaltende geopolitische Spannungen und Erwartungen niedrigerer Zinssätze, weiterhin grundlegende Unterstützung für den Goldmarkt. Analysten prognostizieren einen durchschnittlichen Goldpreis von 4.488 US-Dollar im Jahr 2026, mit dem Potenzial, die Marke von 5.000 US-Dollar zu übertreffen. Auch Silber verzeichnete eine bemerkenswerte Korrektur und fiel nach Erreichen seines eigenen Rekordhochs um 5,6 %.

Ölpreise unter Druck wegen Überangebotsbedenken

Die Rohöl-Futures schlossen die Woche mit Verlusten von fast 3 %, trotz kleiner Erholungen am Freitag. Dieser Abwärtsdruck wird auf Anzeichen eines globalen Überangebots und eine wahrgenommene Reduzierung der geopolitischen Risikoprämien zurückgeführt. Brent-Rohöl-Futures verzeichneten einen leichten Anstieg, während West Texas Intermediate (WTI) ebenfalls leicht zulegte, obwohl beide Kontrakte ihren dritten wöchentlichen Rückgang in Folge verzeichneten. Die Internationale Energieagentur hat auf einen wachsenden Überschuss im globalen Rohölmarkt hingewiesen, der für 2026 prognostiziert wird. Dieser wird durch einen erheblichen Anstieg der US-Rohölbestände und Rekordproduktionsniveaus im Inland noch verschärft. Darüber hinaus hat die jüngste Deeskalation der Spannungen zwischen den USA, Russland und dem Iran, zusammen mit einem Waffenstillstand in Gaza, das geopolitische Risiko verringert und somit zum Abwärtstrend der Ölpreise beigetragen.
Mia Keller
Autor
Deutschland

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